MeshCom 4.0 – Wir meshen mit!

Als Technikverein beschäftigen wir uns ununterbrochen mit neu aufkommenden Technologien. So kam es auch, dass wir nun vor etwas mehr als 5 Jahren auf das Thema LoRaWAN im Bereich von 868 MHz gestoßen sind. Hierbei kommt die Modulationsart LoRa zum Einsatz und ermöglichte es große Entfernungen mit geringen Sendeleistungen zu überbrücken. Voller Begeisterung bauten wir daraufhin das erste LoRaWAN Gateway am Standort unserer Relaisstation DB0SH auf. Seitdem werden hier täglich um die 1000 Datenpakete aus dem gesamten flensburger Stadtgebiet und darüber hinaus in das TheThingsNetwork vermittelt. Die Daten stammen von den verschiedensten Nodes, wie zum Beispiel Temperatursensoren, oder Energiezählern.

Seit einiger Zeit wird der LoRa Standard auch im Amateurfunk eingesetzt. Als erste Anwendung kann man sicherlich LoRa APRS erwähnen. Hierbei wurde die LoRa Modulation im 70cm Band genutzt, um mit kleinen und günstigen Komponenten wie dem LILYGO ESP32 APRS Betrieb mit wenig Leistung zu ermöglichen.

MeshCom 4.0 – Die Weiterentwicklung im 70cm Band

Mit LoRa APRS war nun APRS Betrieb möglich. Dies mit dem Schwerpunkt der Positionsübermittlung. Ein Austausch von Textnachrichten war hierbei nur eingeschränkt möglich. Das Institute of Citizen Science for Space & Wireless Communication kurz ICSSW entwickelte daraufhin MeshCom, welches beide Funktionen ineinander vereint. Klassisches APRS mit komfortabler Nachrichtenfunktion. So wurde eine neuer Dienst im Amateurfunk geboren, welcher Tag für Tag neue Leute begeistert.

Wie funktioniert es und wie kann ich teilnehmen?

Die Verbindung in das MeshCom Netz wird über einen sogenannten Node hergestellt. Hier kann als günstigtes Einsteigermodul der oben erwähnte LILYGO ESP32 zum Einsatz kommen. Ist eine sich automatisch aktualisierende Positionsübertragung gewünscht, so empfiehlt sich ein Modul mit integrierten GPS, wie zum Beispiel der T-Beam. Dieses Modul wird mit der MeshCom Firmware „bespielt“. Dies geschieht ganz einfach über ein FlashTool per Browser wie z.B. Microsoft Edge oder Google Chrome. Anschließend ist das Gerät einsatzbereit.

Wie funktioniert die Bedienung?

Nachdem das Modul nun unserer Schnittstelle zum „Funknetz“ ist, benötigen wir noch ein Smartphone, um es zu bedienen. Schließlich müssen wir noch einige Einstellungen vornehmen und wollen ja auch Texte versenden. Hierzu installieren wir uns die MeshCom 4.0 App. Die iOS Variante und die Android Variante findest du ganz einfach im App Store. Anschließend verbindest du dich per Bluetooth mit dem Modul und schon kann es losgehen!

Welchen Vorteil hat MeshCom 4.0?

Ein großer Vorteil ist, dass die Module sehr wenig Energie benötigen, um recht passable Entfernungen zu überbrücken. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auch bei einem längeren Stromausfall mit anderen Stationen zu kommunizieren. Hierzu kannst du deinen Node einfach mit einer Powerbank oder einer Solarzelle betreiben. Weiterhin „lernen“ die Nodes, über welchen Weg die Pakete zum Empfänger gelangen können. So ist es möglich, dass Nodes Nachrichten weiterleiten, wenn sich zwei Teilnehmer nicht direkt empfangen können. Dies erhöht die Reichweite natürlich deutlich und je mehr Leute mitmachen, umso größer wird die Chance, seinen Zielempfänger zu erreichen. Unabhängig davon, ob ich meine Gegenstation direkt empfangen kann.

MeshCom 4.0 Gateway bei DB0SH

Aktuell haben wir ein Gateway im Test, welches wir für unseren exponierten Relaisstandort DB0SH gebaut haben. Verbaut ist das Gateway in einem Edelstahlgehäuse, um es direkt am Mast montieren zu können. Für die Positionsbestimmung verfügt das Gateway über eine GPS Antenne, sowieo eine externe Bluetooth Antenne, um Änderungen der Konfiguration vornehmen zu können. Versorgt wird das Gateway über PoE (Power over Ethernet). Somit benötigt es nur ein Netzwerkkabel als Zuleitung. Über die Ethernetschnittstelle können Nachrichten zusätzlich über das HamNet an andere Gateways weitervermittelt werden. Auch diese Funktion erweitert die Reichweite deutlich. Zu guter Letzt verfügt das Gateway über Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren, um den Zustand aus der Ferne überwachen zu können. Sobald das Gateway bei DB0SH in Betrieb geht, wird die Versorgung in und um Flensburg deutlich verbessert werden. Du möchtest ebenfalls Teil des Netzes werden? Der Einstieg ist gar nicht schwer. Solltest du doch Fragen haben, so melde dich gerne über das Kontaktformular bei uns. Wir helfen dir gern!

An dieser Stelle möchten wir uns bei unseren Nachbarn von Z79 und M13 bedanken, die uns bei der Auswahl der Komponenten beraten haben.